Freitag, 21. März 2008

Leben am Maximum!

Leute, es ist sooooo lustig wenn Argentinier versuchen sich der Deutschen Sprache zu ermächtigen. War letzten Freitag mit ner deutschen Freundin von mir und zwei Argentiniern in Palermo (Ein Szenestadtteil von Bs As) unterwegs. Die haben irgendwo mal den Geburtstagsschlager „Zum Geburtstag viel Glück“ gehört und ihre eigene Version daraus gemacht. Diese lautet dann „Gutin Argen vieeeel Gluck“. Sry kann man sich echt nicht vorstellen, aber das ist sooooo derbe lustig. „Gutin Argen“ wurde dann einfach zum Universalbegriff für alles, was eben „Gutin Argen“ ist gemacht. Eigentlich ist sowieso alles „Argen“… Naja, ziemlich verrückt das ganze, sowieso ziemlich verrückter Abend gewesen, wie eigentlich die gesamten zwei Wochen. Ich glaube ich war noch nie in meinem Leben so viel unterwegs, wie in dieser Zeit.

Seit ich aus Bariloche zurück bin hat sich sowieso eine ganze Menge in meinem Leben verändert, eigentlich ausschließlich zum Positiven! Es kann es selbst kaum glauben, dass mein ohnehin schon geniales Leben nochmal einen extra kick bekommen hat!

Fangen wir erstmal an mit meiner Unterkunft. Das Teil ist mittlerweile voll und ca. 10 Leute wohnen hier. Fabiola und Iván aus Ecuador, Adriana aus Kolumbien, ein Typ aus Mexico der glaube ich Alex heißt, aber selten redet, Carolina aus Peru, Nicolas (nicht ich) aus Argentinien, Monique aus Holland und dann noch Luka und Philip aus Deutschland und meine Wenigkeit. Angeblich soll bald noch ein Mädchen aus Bolivien dazukommen, also Full House! Eigentlich ist jede einzelne dieser Personen einen eigenen Bericht wert, aber lassen wir das. Trotzdem habe ich viele von ihnen schon in kürzester Zeit ins Herz geschlossen. Es macht einfach unglaublich Spaß hier zu wohnen.

Ansonsten habe ich zum Glück jemanden gefunden der mit mir die guten Electroclubs der Stadt auscheckt, eine Medizinstudentin aus Marburg, die für ein paar Wochen hier ist und ein Praktikum macht. Mit ihr war ich auch letzten Freitag unterwegs. Die Standartdiscos in Argentinien sind der absolute Horror. Erstmal sind sie grundsätzlich chronisch überfüllt. Die Musik setzt sich zusammen aus Reaggeaton, Rumbia und 90ies Trash. Reaggeaton kennt man in Deutschland vor allem durch Daddy Yankee. Ich habe jetzt keinen Hass auf die Musik und kann sie auch gerne mal3-4 Lieder hören, aber irgendwann geht einem einfach diese unglaubliche Primitivität auf den Sack. Eigentlich haben alle Lieder den gleichen Beat und den gleichen Text. Ein typischer Text könnte zum Beispiel so gehen: „Ups, wir sind jetzt hier zusammen in diesem abgeschlossenen Raum, den Schlüssel haben wir leider verloren, dein Mann liegt sowieso besoffen im Graben, also müssen wir jetzt….“ Naja, wird auf jeden Fall von der lokalen Jugend sehr gefeiert ;-) Rumbia ist musikalisch einfach der letzte Dreck. Immer so ein langsamer, stupider sich wiederholdender Rhythmus und ebenfalls dumme Texte, wenn auch etwas jugendfreier. Das Publikum in diesen Clubs ist auch zu geil. Die Typen sind allesamt diese typischen Lateinamerikamachos und die Mädels… ja das ist so eine Sache für sich. Ich will nicht bestreiten, dass viele wirklich verdammt gut aussehen, aber ich habe selten so einen arroganten und stupiden Tussihaufen erlebt, wie in den hiesigen Clubs. Aufgetakelt ohne Ende streifen die Frauen durch den Club und warten darauf angemacht zu werden, je stumpfer desto besser hehe… Wenn man genau hinschaut sieht man bei den Frauen auch oft, dass Brüste, Nasen, etc. nicht echt sind. Schönheitsop’s sind hier rieeeeesig! Genau wie Psychotherapie… Das ist ein riesiger Trend hier drüben. Wer nicht in Therapie ist, ist halt out.

Aber zum Glück geht es auch anders. Direkt an dem Samstag als ich aus Bariloche wiederkam, war ich spät Nachts in einem Club namens „The Big One“, mit richtig saftiger elektronischer Musik, guter Bass, gute Samples und ein Publikum, das sich deutlich vom Rest der Gesellschaft unterscheidet. Alle ziemlich verrückt, viele mit Sonnenbrillen und schrägen Outfits, vor allem sehr viel individualistischer. Ich will auch nicht verneinen, dass ich selten in einem Club war, in dem so viele Drogen konsumiert wurden. Finde das zwar ein bisschen traurig, aber die Party war auf alle Fälle riesig. Ging bis in den frühen morgen.

Eigentlich sollte Montag ja schon meine Uni anfangen, aber ich bekam irgendwann tagsüber ne Mail, dass meine meisten Kurse erst in der darauffolgenden Woche beginnen, auch nicht schlecht. Dienstag war ich dann wieder aus. Sollte eigentlich ne Drum’n’Bass Party sein, im Endeffekt war es irgendwas, aber nicht Drum’n’Bass. Naja, war ein Tip aus dem Studivz, wird nicht mehr hingegangen. Was echt blöd war ist, dass ich mich am nächsten Tag zu einer Vorlesung hochgequält habe, in der wirklich nur die Assistentin vom Professor anwesend war und eigentlich nichts gemacht hat außer uns zu fragen warum wir den Kurs machen wollen (zur Uni und den Kursen schreibe ich im nächsten Blogeintrag).

Mittwochabend war ein mit einem Haufen Leuten in einem hervorragenden Thairestaurant. Das ist zwar nicht ganz so preiswert, wie die anderen Restaurants hier, aber dafür war das Essen ein Traum. Donnerstag war eine ziemlich große Party, in meiner Unterkunft, bzw. auf der Dachterrasse. Bestimmt waren da beizeiten 35 Leute… Ich gehörte mit zu den letzten und bin auch erst gegen 5 Uhr morgens ins Bett gekommen. Freitag dann der Nachtzug durch Palermo „Gutin Argen“… Da ich erst um 8 zu Hause war, ging mit mir Samstag natürlich gar nichts.

Sonntag war auch ein toller Tag, ich fing irgendwann vormittags an, mit den Leuten aus meinem Apartment rumzuhängen, Filme zu gucken, zu kochen und irgendwann ab Abends dann spontan zu trinken. Erst Wein, dann wollten wir eigentlich Tequila kaufen, da es den nirgends gab nahmen wir Champagner und später noch Whiskey, ging auch wieder bis 2 oder so.

Eigentlich hatte ich mir daraufhin vorgenommen während der Woche nicht wegzugehen und vor allem nicht zu trinken, denkste! Irgendwie bekam ich Wind davon, dass am Montag St.Patrick‘s Day war. Das ist komischer Weise in Argentinien ein riesiges Event! Im Stadtteil Retiro waren 5 oder 6 Blocks komplett gesperrt und voller Leute, die haben dort eine sensationelle Party veranstaltet. Viele Trommelgruppen, viel Musik und viel Tanz. Das Highlight war ein riesiges Fahrrad mit ganz kleinen Rädern, das von einem Berg runter durch die Menschenmasse gebrettert ist. Die Argentinier lieben einfach den Mut zum riesiger. Als das Fahrrad den Berg hochgebrach wurde, begleitete ein riesiger singender und tanzender Mob das Fahrrad, ich natürlich mittendrin. Der Mob war überhaupt nicht zu bremsen und sang alle möglichen Fussballlieder, doch Stadt dem Namen des Fussballteams benutzte sie einfach „Bicicleta“ (Fahrrad). Das war schon total verrückt… Ich war danach komplett mit Bier übergossen und durchgeschwitzt. Trotzdem, ich habs genossen. Danach ging es noch in ne Bar. Good times.

Dienstag war einfach gemütliches zu Hause rumhängen und Film gucken. Selbstverständlich mit nem kleinen Likörchen. Und am Mittwoch… große Farewellparty für einen Australier der mal in meinem Apartment gewohnt hatte. Der Club heißt Museum und ein altes Museumsgebäude dient auch als Location. Hätte sehr geil sein können, wars zum Teil auch, aber eben nur zum Teil. Publikum und Musik waren total widerlich, auch war der Club wieder total überfüllt. Jeden Mittwoch ist im Museo After-Work-Party, was bedeutet, da Publikum ist dementsprechend spießig und teuer angezogen. Ich habe glaube ich noch nie in meinem Leben so viele Hassblicke geerntet, weil ich versehentlich Leute angerempelt hatte. Musik war hauptsächlich 80er und 90er, ziemlich schlecht. Lustig war der Abend vor allem wegen den Leuten, wir hatten irgendwann unsere eigene kleine Ecke und sind dort komplett durchgedreht.

Ich bin selbst ein bisschen überrascht, wie ich diesen Rhythmus durchhalte, viel länger werde ich das wohl nicht mehr aushalten können, evtl. noch dieses Wochenende. Heute gehe ich vielleicht zur Abwechslung mal mit Fabiola in die Kirche. Am 28. März muss ich mich dann auch definitiv entscheiden, welche Kurse ich belegen werde und dann geht’s auch mit dem Studium hier drüben richtig los. Momentan genieße ich einfach das Leben in dieser atemberaubenden Stadt und versuche so viel mitzunehmen und aufzusaugen wie eben möglich!

Lasst bitte auch weiterhin so fleißig von euch hören! Ich melde mich bald wieder!

Suerte,

Nicolás

Samstag, 15. März 2008

Bariloche!!!

Liebe Freunde!

Ein bisschen hat es gedauert, aber jetzt will ich euch endlich auch mit meinem Bericht von meinem Trip nach „Bariloche“ beglücken. Halleluja, war echt eine geniale Reise.

Erstmal ein bisschen was zum Ort selbst. Der Ort „Bariloche“ liegt im nördlichen „Patagonien“ mit dem Bus ca. 20 Stunden von Buenos Aires entfernt. Wegen der vielen Berge, Seen und Wälder wird die Gegend oft auch als argentinische Schweiz bezeichnet. Der Ort selbst wurde auch von Schweizern und Deutschen gegründet und man munkelt es gebe dort die beste Schokolade Argentiniens. Im Allgemeinen gilt die Gegend als Outdoorparadies von Argentinien. Zahlreiche Wanderwege und riesige Nationalparks finden sich hier. Ansonsten sind Bergsteigen, Waterrafting, Pferdetouren, etc. weitere beliebte Freizeitaktivitäten.

Jetzt ein bisschen was zur Gruppe. Wir waren insgesamt vier Leute. Tabea aus Bremen, Miles aus den USA (Ohio), Corinna aus Österreich und meine Wenigkeit. Tabea sollte den meisten eigentlich ein Begriff sein, habe ich auch schon oft und häufig hier erwähnt. Miles ist wie gesagt ein Ami, den wir im Spanischkurs kennengelernt haben. Der Typ scheint ein Chemiegenie zu sein und hat wohl auch schon Bücher mitveröffentlicht. Im praktischen Alltag hat er allerdings einige kleine Defizite. Wie im Chemielaber muss jede Entscheidung genaustens abgewogen werden. So kommt es durchaus vor, dass er 10 Minuten vor dem Wasserregal im Supermarkt steht und überlegt, welche Wasser ohne Kohlensäure er den am besten kaufen solle. Auch war er noch nie in einer Jugendherberge und bei seinen bisherigen Reisen war schon vor der Abfahrt alles genau durchgeplant. Corinna haben wir während der Orientierungswoche an der Uni kennengelernt. Als sie gehört hat, dass wir nach „Bariloche“ fahren hat sie sich spontan entschlossen mitzukommen und so waren wir zu viert.

Die Reise begann am Samstagnachmittag. Ein bisschen verkatert packte ich am frühen Mittag meinen Koffer und begab mich ganz entspannt zum Busterminal in Bs As. Der ist übrigens riesig, da Busfahren in Argentinien das beliebteste Reisemittel ist und außerdem super billig. Für die Reise haben wir für beide Wege etwas unter €60 bezahlt, inklusive Essen. Naja, der Bus traf allerdings mit einiger Verspätung am Terminal ein, aber das muss man in Argentinien einfach in Kauf nehmen. Die Busfahrt selber war ok. Die Sitze waren extrem bequem, gar nicht zu vergleichen mit Bussen in Europa. Als der Bus endlich auch mal aus dem Großraum von Bs As heraus war, kam mir die Fahrt auch gar nicht so lang vor. Im Großraum der Stadt hat er echt alle 2 Minuten an irgendeinem kleinen Terminal gehalten um Fahrgäste aufzunehmen. Total verrückt sind übrigens die Filme, die während der Busfahrt laufen. Auf der Hinfahrt lief zum Beispiel ein primitiver Alienschocker, bei dem die Aliens u. a. einer schwangeren Frau ihr Kind aus dem Bauch rausgefressen haben. Total abartig, vor allem wenn man bedenkt, dass viele Familien mit Kindern mitgereist sind. Dazu ist man quasi gezwungen sich das anzuschauen, da die Bildschirme nachts die einzigen Lichtspender sind. Naja, am nächsten Tag als alle Familien den Bus verlassen hatten und nur noch ältere Leute mit dabei waren lief irgendein Pferdefilm für 13 Jährige Wendyfans… Das war schon ein Erlebnis. Die Landschaft, bzw. die Veränderungen in der Landschaft waren natürlich wesentlich spannender zu beobachten. Das jetzt hier zu beschreiben würde dem nicht gerecht werden. Nicht weil alle Landschaften auf dem Weg so atemberaubend waren, sondern weil ich nicht wüsste womit ich es vergleichen sollte. Als wir aus Bs As rausfuhren hat die Landschaft irgendwie ein bisschen an Norddeutschland erinnert. Sehr flach, große Felder und ähnliche Farben. Näher an „Bariloche“ war es dann eher wie eine Mischung aus Südspanien und Australien. „Nordpatagonien“ erinnert schon ein wenig an die Schweiz. Von der Art der Berge, sowie der Fauna ist es aber doch wieder ganz anders und einzigartig.

„Bariloche“ liegt ca. 800 Metern über dem Meeresspiegel vor einem Hügel direkt an einem riesigen See. Die Lage ist absolut idyllisch. Um den gesamten See finden sich Berge und Wälder. Das Wasser ist übrigens glasklar. In „Bariloche“ gibt es auch einen kleinen, aber sehr gut besuchten Strand… Da wir so gegen 16:00 im Ort ankamen, haben wir den ersten Tag erstmal genutzt um uns ein bisschen von der Busfahrt zu erholen. Ein bisschen bummeln im Stadtzentrum, ein wenig entspannen im Park, Strand auschecken, abhängen in der Jugendherberge, etc.. Das Wetter war toll. Ca. 23° und keine einzige Wolke am Himmel. Ums vorwegzunehmen, so blieb es auch die ganze Woche.

Am nächsten morgen entschieden wir uns zu wandern, weil das eine preiswerte und gute Möglichkeit ist, die Gegend zu erkunden. Mit dem Bus ging es in ca. 30 Minuten nach „Llao Llao“. Dort ist eins der besten und teuersten Hotels in Argentinien ansässig und viele Wanderpfade führen durch dichte Wälder und vorbei an großen Seen. Gebt einfach mal bei Google „Llao Llao“ ein, falls euch interessiert wie es dort ausschaut. Der Tag war wirklich traumhaft, wir sind bestimmt 5-6 Stunden gewandert und haben dabei allerlei entdeckt. Beim Wandern haben wir u. a. Gerhard kennengelernt, einen Kanadier mit deutschen Wurzeln, der Geschichte und Deutsch studiert hat und ein Jahr in Dresden gewohnt hat. Momentan reist er schon seit ca. 3 Monaten durch Südamerika und konnte uns eine ganze Menge zum Reisen hier erzählen. Nach der Wandertour waren wir auf jeden Fall alle gut kaputt…

Für den nächsten Tag war etwas komplett Abgefahrenes geplant, zumindest für mich. Und zwar ein ganztägiger Reitausflug. Ich bin sicherlich keine Pferdefan und bin es auch nicht nach dem Ausflug (naja, vielleicht ein bisschen). Aber diese traumhafte Landschaft auf einem Pferderücken zu erkunden hatte schon einen ziemlichen Reiz. Um 10:00 morgens wurden wir mit einem Kleinbus von unserer Jugendherberge abgeholt und zu einer Estancia gefahren. Dort wurden wir von den Besitzern herzlich begrüßt. Zur Begrüßung gab es allerlei Getränke und natürlich auch Mate. Da für die Tour am Morgen nur wir vier angemeldet waren, waren wir mit unserem Guide Jesus ganz unter uns. Die Pferde waren relativ einfach zu handlen, da sie natürlich total auf Touristen wie uns abgerichtet waren. Meine Stute „Rosie“ war auf jeden Fall gut dabei und wollte auch immer erste sein. Wenn ein anderes Pferd zum überholen ansetzte, biss sie einfach nach dem Reiter. So ritt ich auch die meiste Zeit als Erster direkt hinter Jesus. Die erste Tour ging ungefähr zwei Stunden, und zwar kreuz und quer durchs Gebirge. Es war natürlich schön, dass wir vier unter uns waren, denn so konnte man die Landschaft und Atmosphäre nochmal ganz anders genießen. Zurück zur Farm ging es dann auch in den Galopp. Das war schon ein geiles Gefühl, wobei ich mir danach ernsthaft Sorgen um meine zukünftige Vaterschaft gemacht habe… Zum Mittag gab es für die Fleischesser natürlich Asado und für mich netter Weise Pasta, Salat und ordentlich Wein. Bei der zweiten Tour sind bestimmt 16 Leute mitgekommen. Trotzdem war es genau so schön, wie beim ersten Mal. Ging auch ungefähr zwei Stunden und zum Schluss fing auch mein Hintern an ganz schön zu schmerzen. Naja, wir waren am Ende des Tages eigentlich alle total platt. Ein riesiger Spaß war es trotz allem.

Für den Mittwoch hatten wir einen Trip nach „El Bolson“ (findet sich auch über Google) geplant. Der Ort wurde uns von unserer Spanischlehrerin empfohlen und ist bekannt für seine verrückte Hippiepopulation und seinen Markt. Gerhard, der Kanadier, wollte ebenfalls nach El Bolson und schloss sich uns an. Das war auf jeden Fall eine erfrischende Abwechslung. Da wir unsere Busfahrt für den späten Nachmittag gebucht hatten, fuhren wir am Vormittag erst einmal zur Skistation „Cerro Catedral“, um dort mit dem Lift auf den Berg hoch zu fahren und uns den Ausblick zu gönnen. In der Jugendherberge hatten wir erfahren, dass das Magazin „National Geografic“ den Ausblick von dort oben einmal zum 7. Besten der Welt gekürt hatte. Ob es wirklich der 7. Beste der Welt ist lass ich einmal offen, aber es war wirklich nichts anderes als beeindruckend und ein absolutes Highlight der Reise. Leider hatten wir nicht zu viel Zeit dort oben, da ja am Nachmittag schon unser Bus nach „El Bolson“ abfuhr. Allein die Busfahrt war ein absoluter Traum. Diese Berglandschaft hat einfach einen unglaublichen Charme. Als wir aus „Bariloche“ rausfuhren kamen wir auch durch das ziemlich große Armenviertel. Das war auf eine schockierende Weise beeindruckend. Wenn man als Tourist in die Stadt kommt, sieht man davon nämlich kein Stück. Das gesamte Stadtzentrum ist blitzesauber und könnte von der Infrastruktur her locker genau so irgendwo in Europa existieren. Das Armenviertel liegt einfach viel höher und ist von unten aus nicht einmal zu erahnen. Die Menschen dort wohnen in verwahrlosten Hütten, haben keinen Gasanschluss und heizen mit Holz. Vor allem im sehr langen Winter trifft es die Menschen dort ganz schlimm. Obwohl Argentinien im Vergleich zu anderen Südamerikanischen Ländern und teilweise auch zu Europa sehr modern und innovativ daherkommt, wird man immer wieder daran erinnert wie groß die Ungleichheit in diesem Land wirklich ist, und wie verwahrlost große Bevölkerungsanteile leben. Was ich auch noch beobachtet habe ist, dass viele Menschen während der Busfahrt an den unmöglichsten Orten ein und ausgestiegen sind. Zumindest konnte ich kein Haus in unmittelbarer Nähe zur Straße erkennen. ippiepopulation jshjd

„El Bolson“ ist wirklich ein winziger und verschlafener Ort mit einem unglaublichen Charme. Zu unserer Jugendherberge mussten wir erstmal eine Reihe ungepflasterter Straßen durchstreifen. Ein bisschen Abenteuer mit all unserem Gepäck! Die Jugendherberge war so gemütlich, dass wir uns vor dem Abendessen dort erstmal ein paar Stunden entspannten. Gegessen haben wir dann in einer „Parilla“, einem typischen argentinischen Fleischrestaurant. Für Fleischesser ist Argentinien wirklich ein Paradies. Ich war auch ganz begeistert, da es sogar ein wirklich leckeres Sojaschnitzel zu essen gab. Das war allerdings ne ganze Ecke teurer als das echte Fleisch. Irgendwie tut mir das schon sehr weh, wie billig Fleisch hier ist und in was für Mengen es hier konsumiert wird. Die Regierung hier subventioniert ja die Fleischproduktion. Sie gibt auch nur einen geringen Teil zum Export frei um den Inlandspreis zu drosseln. So kommt es doch öfter mal vor, dass ein Kilo Tomaten mehr kostet als ein Kilo Fleisch XY. Egal ob Fleischesser oder nicht, ethisch und ökologisch ist das eigentlich unakzeptabel. Mal schauen ob ich noch dagegen in den Krieg ziehe… ;-)

Nach dem leckeren Abendessen ging es noch in eine Bar mit dem Namen Absinth. Eigentlich hatten wir uns alle auf einen kleinen Absinth als Absacker gefreut. Als wir dann erfuhren, dass ein Shot lächerliche 90 Pesos kosten soll entschieden wir uns dann doch für die Cocktails zwischen 8 und 13 Pesos (ca. 2,5 bis 4 Euro). Echt lustig war Miles, der eigentlich kaum Alkohol trinkt. Er kam bei der Atmosphäre ein bisschen in Probierlaune und war am Ende des Abends völlig konsterniert darüber, dass er tatsächlich 7 US-$ für Alkohol ausgegeben hatte…

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Marktbummeln und Eisessen. Tabea und ich haben uns beide einen super coolen Matebecher gekauft, den ich bisher auch exzessiv benutzt habe. Mit Zucker wirklich ein geiles Getränk!

Der Rest der Reise ist schnell erzählt. Rückfahrt nach „Bariloche“, gleiche Strecke, wieder wunderschön. Abends nochmal zusammen mit Gerhard beim Mexikaner gewesen und die riesige Portion natürlich nicht geschafft. Am nächsten morgen ging es dann recht früh zum Busterminal und um ziemlich genau Punkt 10:00 fuhr unser Bus zurück nach Bs As… Natürlich dauerte die Rückfahrt wesentlich länger als die Hinfahrt.

Insgesamt war die Reise absolut großartig und ein toller Ausgleich zu Buenos Aires, wo es so etwas wie Ruhe und Natur einfach nicht gibt. Zum Leben ist Buenos Aires natürlich ein Traum, aber zwischendurch ein bisschen Natur und Ruhe ist auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung. Das ganze war sicherlich nicht der letzte Urlaub dieser Art.

Sooo, ziemlich lang geworden der Bericht… Auf jeden Fall recht schönen dank fürs Lesen und die Aufmerksamkeit. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute die Länge meiner Berichte etwas abschreckt, aber da ich ansonsten kein Tagebuch führe, ist auch für mich die Dokumentation meiner Erlebnisse. Da schreibe ich dann lieber etwas zu viel als zu wenig… Ich stelle übrigens Fotos von der Reise auf Studivz…

Also, machts jut und lasst weiterhin so fleißig von euch hören!

Euer Nico

Bilder von der Farm...

Hier die im letzten Post versprochenen Fotos der Enstacia...










































Samstag, 8. März 2008

Crazy times!

Das leben hier ist wirklich voller Überraschungen… Nicht nur war heute Morgen, als ich um 7:30 von meinem Kurztrip nach Bariloche zurückkam, mein Zimmer neu gestrichen und der Wasserschaden beseitigt. Nein, es lagen auch zwei wildfremde Personen in meinem Bett. Die habe ich dann erstmal aufgescheucht und rausgeschmissen. Das waren Freunde eines anderen Mitbewohners, die gedacht hatten das Zimmer sei unbewohnt (meine Sachen waren die Woche über in einem anderen Raum, damit gemalt werden konnte). Dazu kam noch, dass der Schlüssel für das Zimmer zwar in der Tür steckte, aber kaputt war… Tolle Wurst! Jetzt sitze ich in meinem Raum, den ich nicht verschließen kann, trinke genüsslich meinen Mate und warte bis der Vermieter kommt. Kann sich nur um Stunden handeln.

An alle die meinen Blog einigermaßen regelmäßig verfolgen, erstmal sorry, dass ich so lange nichts hab von mir hören lassen. Die letzten zwei Wochen war ich eher selten im Internet und ziemlich viel auf Achse. Zum einem war da die Orientierungswoche an der Uni und, dann mein Trip nach Bariloche.

Um alles in der richtigen Reihenfolge zu halten fange ich erstmal an ein bisschen von der Orientierungswoche zu erzählen. Am Montagmorgen gegen 10:00 Versammelten sich alle internationalen Studenten im Flur des Hauptgebäudes der Uni. Dort war natürlich erstmal ein großen sich umschauen und beschnuppern angesagt. Nach den Begrüßungsreden einiger Universitätsautoritäten gab es dann gemeinsames Frühstück. Dabei kam man sich den anderen Studenten schon um einiges näher. Um es vorweg zu nehmen. Viele der anderen Austauschschüler sind super nett und weltoffen. Es gibt zwar nach wie vor komische Grüppchen, aber ich habe viele super nette Leute kennenlernen dürfen und bin darüber sehr froh. Da mein Handy leider immer noch nicht funktioniert, ist es allerdings ein wenig schwer mit denen in Kontakt zu stehen. Die Leute kommen eigentlich aus der ganzen Welt, bis auf Afrika… Am meisten sind es natürlich Amis, gefolgt von Franzosen. Deutsche sind auch ganz gut vertreten, wobei sich das einigermaßen in Grenzen hält und diejenigen mit denen ich bisher Kontakt hatte echt nett waren. Nach dem Frühstück gab es dann eine gemeinsame Campustour. Die drei Gebäude sind durch einen unterirdischen Tunnel miteinander verbunden. Sehr clever gemacht. Die Gebäude selbst bestehen aus rotem Backstein. Der Campus liegt vollkommen im Zentrum der Stadt, direkt am Rio de la Plata. Nach der Campustour gab es eine große Veranstaltung zum Kulturschock in Argentinien und verschiedene Strategien um damit umzugehen. Zum Beispiel sich zurückziehen oder partizipieren. Tabea und ich waren uns sofort einige, dass wir die erste nehmen. Da ich wegen des Spanischkurses den Einstufungstest schon gemacht hatte, fuhren Tabea, Miles und ich am Nachmittag zum Omnibusterminal um dort die Tickets für den Trip nach Bariloche zu besorgen. Corinna aus Österreich klinkte sich spontan ein, als sie hörte, dass wir nach Bariloche fahren und so waren wir schon zu 4rt.

Am Dienstag gab es eine Präsi zum Leben in Buenos Aires. Da man ja schon ein paar Wochen da war hatte man vieles schon gehört. Trotzdem war es ganz nett gemacht. Am Nachmittag ging es auf den 2ten Campus der UCA zum Asado (BBQ). Dort gab es natürlich vor allem FLEISCH. Groß, fettig und in allen Variationen. Naja, ich gönnte mir ein wenig Brot mit Gemüsedip. Das Wetter war klasse, die Atmosphäre entspannt und ich lernte noch eine ganze Ecke neuer Leute kennen. Am Abend wurde ich von meinem (deutschen) Mitbewohner Luka eingeladen nach Quilmes, dort lebt seine Freundin, zu fahren um dort essen zu gehen. Philip ein anderer deutscher Mitbewohner war auch mit von der Partie. In Quilmes, das ca. 40 Minuten von Bs As entfernt liegt, wird nicht nur das wahrscheinlich bekannteste Bier Argentiniens gebraut, sondern es gibt auch ein paar sehr schöne Restaurants. Auf dem Weg bekam ich mal wieder zu spüren, wie riesig diese Stadt eigentlich ist. Auch kamen wirf an vielen Vierteln vor bei, in denen die Armut deutlich präsenter ist als in meinem bürgerlichen Stadtteil. Ganz kurz: Der Abend war super nett und das Essen klasse. Auch als Vegetarier lässt es sich in Argentinien super speisen. Die Restaurants, haben meistens ein reiches Angebot an vegetarischen Mahlzeiten. Vor allem Pasta steht ganz hoch im Kurs. Und im Supermarkt um die Ecke gibt es schönes Sojaschnitzel ;-)

Mittwoch stellten sich an der Uni die einzelnen Fakultäten vor, sowie ihre Kursangebote. Neben den Fakultäten, gibt es ein Programm namens Lateinamerikastudien, das in erster Linie für Austauschstudenten designt wurde und viele spannende Politikvorlesungen beinhaltet. Tabea und ich waren total verwirrt, da es viel zu viele interessante Vorlesungen gab, die wir besuchen könnten.

Am nächsten Tag mussten wir erst einmal vorläufig unsere Kurse wählen. Tabea und ich haben beschlossen, uns viele Veranstaltungen anzugucken und dann zu entscheiden welche wir belegen. Wir tendieren dazu eine an der Fakultät der Politikwissenschaften zu machen und ein oder zwei weitere aus dem Lateinamerikaprogramm. Trotzdem war das Einschreiben ein riesiges Chaos. Viele zeitliche Überschneidungen der Lehrveranstaltungen, viele Unklarheiten und vor allem lange Schlangen. Naja, irgendwann war auch das geschafft!

Freitag folgte dann das absolute Highlight der Woche ein gemeinsamer Ausflug auf „Estancia“, eine typisch Argentinische Pferde und Rinderfarm, inklusive Reiten und allem. Natürlich war das Ding extrem touristisch aufgezogen und speziell auf große Gruppen ausgerichtet. Nichtsdestotrotz war es ein super Tag. Nachdem wir ankamen gab es erstmal Begrüßungsgetränke und einen Happen zu essen. Danach ging es aufs Pferd. Das mag einige vielleicht wundern. Schließlich habe ich ja jahrelang dieses Hobby von meiner Schwester nur belächelt. Das Reiten war für mich natürlich keine Herausforderung höhöhö… Nein im Ernst, die Pferde waren so auf Touristen abgerichten und gingen ganz brav hintereinander her. Ich musste quasi nichts machen, außer dem Tier klugscheißerisch Kommentare auf Englisch, Deutsch und Spanisch ins Ohr zu pusten, auf die es eh nicht regierte. Spaß gemacht hat es trotzdem (War auch nur eine kleine Runde von ca. 15-20 Minuten). Danach gab es fett essen. Salat, Kartoffeln, Brot und natürlich FLEISCH. Ich vergnügte mich ganz gut mit der Weinflasche. Parallel zum spielte ein Argentinischer Barde Lieder des ganzen Landes und zwei weitere tanzten dazu die passenden Tänze. Natürlich Kitsch pur, aber eine nette Unterhaltung. Danach gab es Kaffe, Mate oder noch mehr Wein und noch ein weiteren Ausflug aufs Pferd. Zwar wurde exakt die gleiche Strecke abgelaufen, mein Pferd jedoch war um einiges aktiver und schaukelte mich ganz schön durch die Gegend. Irgendwie wollte es unbedingt als erstes ankommen, was ihm auch problemlos gelangt! Den Abschluss des Tages markierte eine Pferdeshow der Farmbetreiber. War schon ganz nett, aber auch nichts Weltbewegendes. Der Tag war einfach schön, wegen der Atmosphäre, des Beisammenseins und abermaligen Kennenlernen neuer Leute. Auf der Rückfahrt verabredete man sich gleich für einen gemeinsamen Diskobesuch.

Zu Hause hieß es allerdings erstmal ein wenig ausruhen, duschen, runterkommen etc.

Dann ging es auch zackizack schon wieder zu Tabeas Wohnung zum Vorglühen. Dort kann man hinkommen wann man will, da wird einfach rund um die Uhr Bier getrunken und chillige Musik gehört. Ich weiß gar nicht, wie ich da leben könnte ohne völlig zu verfetten und verdummen. Wenn das Bier alle ist, ruft man einfach kurz beim Biermann an und bestellt welches nach. Für mich ist es wenn ich da bin irgendwie immer wie im Urlaub im Urlaub. Klingt komisch, ist aber so! Dort trudelten nach und nach auch Jen und Leoni ein. Die beiden studieren ebenfalls an der UCA, Jen kommt aus dem Koalaland und Leoni auch aus Deutschland. Mit ihnen trank man noch mehr Bier, schaute Musikvideos und machte sich langsam startklar. Den Treffpunkt hatten wir natürlich längst überschritten. Als wir ankamen war der Club, der sich direkt über dem Hard Rock Cafe befindet allerdings immer noch nicht auf (es war ca. 0:45) und wir entschieden uns im Hard Rock Cafe noch was zu trinken. Dort trafen wir auch die anderen UCA-Studenten. Da Juan, Mitbewohner von Tabea einen der Türsteher kannte kamen wir sogar umsonst rein. Das hieß dann natürlich noch mehr Bier. Um es kurz zu machen, der Club war riesig, total prall gefüllt, die Menschen oberflächlich und simpel und die Musik zum. Reaggeaton und Rumbia sind ja von Natur aus noch ganz ok, und gerne auchmal für 2-3 Lieder auf der Tanzfläche erwünscht, aber eine ganze Nacht lang… Ich war gerade so besoffen, dass ich es irgendwie aushalten konnte. Den anderen gings es aber genau so und irgendwann zwischen 5 und 6 ergriffen wir die Flucht. Dummerweise hatten ziemlich viele die gleiche Idee und draußen regnete es mittlerweise in Strömen. Das machte es fast unmöglich noch ein Taxi zu besorgen. Naja, irgendwann hatten auch wir dann mal Glück. Durchgeschwitzt, nassgeregnet und etwas dicht viel ich im Endeffekt in mein Bett. Dort viel mir ein, dass noch Kleider von mir draußen auf der Leine hingen…. Naja, wie auch immer dachte ich, dafür ist ja morgen immer noch Zeit… Jaja so wird man nun einmal in Argentina.

Das wars fürs erste! Urlaubsbericht folgt in kürze!

Euer Nico!

PS. Anbei noch ein paar Bilder von der Farm!


Sonntag, 24. Februar 2008

Braun-Weiße Trauer!

Ja, als Fussballfanatiker hat man es oft nicht leicht. Der Schiri pfeift komplett willkürlich, die Torschüsse gehen nicht ins Tor, das gegnerische Team hat eigentlich keine Chance, geht aber trotzdem mit 1:0 in Führung,…. Noch etwas dramatischer ist zurzeit die Lage bei Platense. Nach der Winterpause gingen alle drei Spiele verloren. Die Abgänge mehrerer Stammspieler scheinen nicht kompensierbar zu sein und mittlerweile findet sich das Team im Abstiegskampf wieder.

Gestern war mal wieder Fussballzeit. Diesmal machte ich mich ganz alleine auf den Weg ins Stadion. Ca. 45 Minuten vor Anpfiff war am Stadion noch überhaupt nichts los. In Argentinien ist es völlig normal erst in den letzten 15 Minuten vor dem Anpfiff ins Stadion zu pilgern. Und so bummelte ich ein wenig durch die Gegend und traf ein paar Bekannte der Platense-Presse. Da mein Spanisch mittlerweile etwas besser ist, konnte ich mich diesmal auch schon richtig mit ihnen unterhalten. Eine Frau erzählte mir, dass sie letztes Wochenende einen 20 stündigen Bustrip nach Mendoza auf sich genommen hat, um dort mitzuerleben, wie das eigene Team mit 0:4 untergeht. Trotzdem war sie bester Laune und glaubte heute fest an einen Sieg. Das nenne ich positiven Fanatismus! In den besagten 15 Minuten vor Anpfiff füllte sich auch das Stadion mehr und mehr. Diesmal war es etwas voller als beim vergangenen Heimspiel und einige hatten sogar riesige Trommeln, namens Bombos mit dabei. Die Stimmung war super, das Wetter auch und sogar der rasen wurde im Vergleich zum letzten Heimspiel deutlich nachgebessert. Auch das Spiel begann sehr vielversprechend. Platense nahm sofort das Heft in die Hand, kombinierte und spielte ansehnlichen Offensivfussball. Leider konnte keine der guten Tormöglichkeiten verwertet werden. Nach ca. 15 Minuten allerdings schien das Team die Lust am Fussballspielen zu verlieren. War ja auch ziemlich heiß. Kein Spielaufbau, keine Kombinationen, Flügelspiel schonmal gar nicht und der Abschluss, wenn überhaupt, absolute Katastrophe. Wenn mal etwas ging dann über Einzelaktionen oder Standards. Das Publikum wurde mit zunehmender Spieldauer wütend und begann damit neben dem Schiedsrichter auch eigene Spieler auszupfeifen oder als Hurensöhne zu beschimpfen. In Hälfte zwei wurde es noch schlimmer, denn auf einmal kam auch das andere Team zu Torchancen und zack stand es auf einmal 0:1. Platense brach darauf hin komplett zusammen und agierte noch planloser al zuvor. Das andere Team hatte es wirklich nicht schwer die Führung über die Zeit zu schaukeln.

Es tut schon weh, diesen sympathischen Club so leiden zu sehen. Alles wäre halbwegs erträglich, wenn man zumindest einen gewissen Kampf der Spieler erkennen könnte. Trotzdem war es insgesamt wieder ein schönes Erlebnis. Ich schloss einige neue Bekanntschaften und die Atmosphäre ist einfach immer wieder begeisternd. Auf alle Fälle werde ich den Club weiterhin unterstützen so gut ich es kann. Und mit Leiden kenne ich mich als langjähriger St.Pauli Fan ja sehr gut aus.

Was gibt es sonst noch neues? Die letzte Woche war mal wieder voller spannender Erlebnisse. Mittwoch ging es mit ein paar Leuten nach Chinatown, das ist eigentlich nur eine kleine niedliche Straße, mit vielen Chinashops und Restaurants. Dort habe ich erst einmal groß eingekauft, wie zum Beispiel Tofu und andere vegetarische Produkte, die man sonst nur sehr schwer, bzw. gar nicht findet. Essen war auch lecker. Eine riesige Tofuplatte mit scharfer Soße… Danach ging es spontan weiter nach „Palermo Hollywood“. Palermo ist ein riesiger Stadtteil, der sich daher in vier Teile unterteilt. „Hollywood“ ist einer von ihnen, wahrscheinlich auch der vornehmste. Hier paaren sich vornehme Restaurants neben kleinen Designerboutiquen, dazu gibt es wunderschöne Parks und viele Menschen sind unterwegs. Auf dem Weg trafen wir zwei Mädels mit einer Gitarre. Diese war auf einmal im Arm von Ben aus meinem Spanischkurs, der auf einmal damit Begann wie ein Bekloppter mit dem Ding zu spielen und irgendwelchen sinnlosen Quatsch auf Spanisch zu singen. Das Schauspiel ging ca. 5 Minuten und ich habe in meinem Leben selten so viel gelacht. Davon gibt es auch ein Video, ich hoffe ich kann da irgendwie rankommen, dann stelle ich das hier online. Irgendwann fanden wir eine schöne Bar mit Dachterrasse. Von dort aus konnten wir nicht nur die atemberaubende Mondfinsternis beobachten, sondern führten auch für ca. 2 Stunden eine hochphilosophische Konversation. Auf Spanisch wohlgemerkt. Insgesamt ein toller Abend.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen. Zuerst stand die schriftliche Abschlussprüfung meines Spanischkurses an (lief ziemlich gut) und danach ging es mit allen Spanischkursen zusammen auf eine Kajaktour nach Tigre. Tigre liegt am nordwestlichen Rand des Ballungsraumes von Buenos Aires und direkt am Delta des Río Paraná, der in den Río de la Plata mündet. Auf den Inseln des Deltas gibt es zahlreiche Sportclubs, Restaurants und auch einen Freizeitparkt. Das Wetter war perfekt, die Stimmung ebenfalls. Die Kajaktour war auch absolut Traumhaft. Obwohl Tabea und beide zum ersten Mal in ein Kajak gestiegen sind, haben wir trotz einiger Anfangsschwierigkeiten das Kajak ganz gut unter Kontrolle bekommen. Die Flusslandschaft war Traumhaft und viele Boote von unterschiedlicher Größe waren unterwegs. Nach der Kajaktour selber gab es dann in einem kleinen Restaurant noch ein paar Biere und Empanadas. Fast ein perfekter Tag... bis ich irgendwann in den Spiegel schaute und feststellte, wie rot mein Kopf war. Natürlich war ich zu cool, um mich mit Sonnencreme einzuschmieren und ich hatte mir einen richtig knackigen Sonnenbrand eingefangen. Abends ging es dann noch für ca. 1-2 Stunden in eine Bar, die sich auf einmal in eine Disco verwandelte. Die Musik war arg schlecht und das Bier für Argentinien viel zu teuer. Hier trafen Tabea und ich noch eine andere Deutsche, die jetzt ein Jahr in Argentinien ist und in den nächsten Tagen nach Hause fliegt. Ihr Plan lautete: „Ich werde zurück kommen, ich werde Argentinierin werden. Oh mein Gott ich beneide euch so.“ Halleluja! Ich bin mal gespannt wie es Tabea und mir in einem Jahr ergeht.

Freitag war dann der letzte Tag meines Spanischkurses, der sich insgesamt sehr gelohnt hat, nicht nur sprachlich. Die Lehrerin konnte viele hilfreiche Tipps zum Leben und Reisen in Argentinien geben. Abgeschlossen habe ich den Kurs mit einer Note von 8/10. Damit bin ich überglücklich, denn so rücke ich jetzt in den Intermedio-Kurs auf und darf dadurch die an der Uni die Politikvorlesungen belegen.

Heute Abend treffe ich mich noch mit Tabea und Miles, einem wirklich sympathischen Ami aus unserem Spanischkurs, um unsere Reise nach Bariloche zu planen. Nach der Orientierungswoche haben wir noch eine Woche frei, bis die Uni beginnt. Und da Bariloche am nördlichen Rand von Pantagonien, der argentinischen Schweiz befindet, ist es ratsam dorthin zu reisen solange es noch einigermaßen warm ist. Geplant ist ein 20 stündiger Bustrip, jeweils hin und zurück. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Anbei noch ein paar Fotos von der Exkursion nach Tigre.

Lasst was von euch hören und machts richtig gut!

Euer Nico
























Dienstag, 19. Februar 2008

Die Uhr tickt schneller!

Jetzt bin ich mittlerweile schon fast zwei Wochen vor und es fühlt sich an wie ein halber Tag, höchstens…

Nach dem Hoch der ersten bin ich mittlerweile wieder etwas runter gekommen und zwar mit Kopfweh und Schlappheit. Ob es das Klima, die Lautstärke oder die Abgase sind, no idea. Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Mittlerweile bin ich schon wieder recht fit, aber 1-2 Tage ging es mir ziemlich mies. Der Spaß begann letzten Samstag auf dem Geburtstag von Emilio, einem Bekannten von Natacha. Ich hatte den ganzen Tag bei tierischer Hitze Altlasten für die HS Bremen beseitigt und merkte schon auf dem Hinweg, dass dies wohl nicht mein Abend wird. „Naja mit ein bisschen Alkohol und Feiere wird das schon wieder..“ Denkste!!! Nach ca. 1-2 auf dem Geburtstag baute ich auf einmal rapide ab bekam starke Kopfschmerzen. Ouch! Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, aber lange hielt ich das auch nicht durch. Die Argentinier waren super hilfreich und baten mir Tabletten und Hilfe an. Im Endeffekt bestellten sie mir ein Taxi und ich fuhr mit dickem Schädel nach Hause. Die nächsten 1-2 Tage ging es dann langsam aber sicher Berg auf.

Gestern habe ich mich mit anderen internationalen Studenten meiner neuen Uni getroffen. Zuerst gab es in einer Bar um die Ecke ordentlich Bier, danach ging es ins Milión. Eine Bar, wie man sie in New York, London, Paris, Mailand, etc. schöner nicht finden wird. Ein ca. hundert Jahre altes Haus mit Garten, großartiges Ambiente mit viel Kunst und Gemälden, dazu großartige, massenfreundliche House Musik. Wenn man wie ich Spaß daran hat Leute zu beobachten ist dieser ein Paradies. Das Publikum besteht hauptsächlich aus Touristen (viele Deutsche) und ein bisschen argentinische Oberschicht. Junge Frauen auf der Suche nach reichen Männern und so weiter. Allesamt extrem schick gekleidet. Die Getränke sind für argentinische Verhältnisse auch dementsprechend teuer, als Europäer aber immer noch bezahlbar (Ein Caipirinha kostet dort 21 pesos, ca. 5 Euro). Naja, oft werde ich hier wohl nicht verkehren, da es nicht meine Welt ist und schon gar nicht das Argentinien, was ich kennenlernen möchte. Trotzdem, das Teil ist ein Erlebnis und jeder der mich hier besuchen kommt wird dorthin geschleppt. Punkt!

Was gibt es sonst noch zu berichten?? Die Amis im Spanischkurs sorgen bei Tabea und mir nach wie vor für viele Lacher. Eigentlich ist jeden Abend irgendetwas los, sei es Kino, Trinken, irgendwo rumhängen, etc. Ein Highlight war sicherlich ein BBQ in der WG von Tabea, letzten Donnerstag. Ihre Vermieter sind drei argentinische Geschwister (eine Frau, zwei Männer), allesamt komplett verrückt und witzig. Auch sie haben mich großartig aufgenommen. Diese Herzlichkeit ist schon beeindruckend… Die Gäste waren bunt gemischt und international (Argentinien, Mexico, Finnland, Ungarn, Deutschland ;-) und USA). Zu den Gästen aus den USA, eine lustige Anekdote: Der Typ ist seit ca. 18 Monaten in Argentinien und hat mittlerweile eine neun Monate alte Tochter. Um das Enkelkind kennen zu lernen sind die Eltern zu Besuch in Bs As. Der Vater macht eigentlich alle zwei Minuten Witze über seinen Sohn und das Kind, während die Mutter eigentlich nur ununterbrochen wirres Zeug geredet hat. Sogar noch schlimmer wurde die Mutter, als sie, weil sie keinen Alkohol trinkt, an einer Haschischzigarette gezogen hat… Naja, der Abend war schon tierisch lustig. Unzählige Biere (wenn das alle ist, wird einfach neues bestellt) und mein erstes richtiges Essen hier. Tabea hatte mir in China Town netterweise Tofu mitgebracht. Dazu gab es für mich gegrillte Zucchini, Kürbis, Aubergine und viel Salat. Die Atmosphäre bei solchen Events ist unbeschreiblich. Viel Musik, laute, kontroverse Gespräche und vor allem viel viel Gelächter. Ich bin mir sicher es werden noch viele solche Abende folgen.

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Meine Wohnetage versinkt momentan immer mehr im Dreck und Müll, vor allem die Küche. Das ist nicht so witzig und wenn sich der Zustand nicht bald ändert, werde ich mir auf kurz oder lang etwas Anderes suchen. Momentan bin ich immer noch damit beschäftigten Hausarbeiten für die Hochschule fertig zu schreiben und Spanisch zu lernen. Donnerstag und Freitag kommen die schriftliche und mündliche Prüfung meines Spanischkurses… Donnerstag findet zudem eine Exkursion zum Tigre Delta statt. Was auch passiert ich halte euch auf dem Laufenden und freue mich im Gegenzug auf News von euch.

Suerte!

Euer Nicolas

Freitag, 15. Februar 2008

St.Pauli auf Argentnisch


Nach dem feucht fröhlichen Abend Samstagabend verabredete ich mich Sonntag erstmal mit Tabea, um die Gegend in der wir wohnen ein bisschen besser zu erkunden. Ganz oben auf unserer Liste stand der Friedhof in Recoleta. Auf diesen Friedhof, eine der größten Sehenswürdigkeiten, befinden sich die Ruhestätten vieler berühmter und reicher Argentinier. Unter anderem alle argentinischen Staatspräsidenten und natürlich die Nationalheldin Evita Perón. Und die Reiseführer haben nicht zu viel versprochen. Der Friedhof ist wirklich eine Attraktion. Die Toten werden in ihren Familienkapellen untergebracht. Jede dieser Kapellen ist im Grunde genommen ein eigenes Kunstwerk. Wenn mein Spanisch etwas besser ist mache ich hier auf jeden Fall nochmal eine Führung mit. Direkt neben dem Friedhof lagen ein unglaublich schöner Markt und ein kleiner Park, in dem eine Reggeaband spielte. Viele Menschen waren dort unterwegs und es herrschte eine tolle Atmosphäre. Ein wunderschönder und entspannter Ausflug, genau richtig für einen verkaterten Sonntag.

Montag, direkt nach dem Spanischkurs, folgte meine bisher schönste Erfahrung in Argentinien. Das erste Mal Fussball, im Stadion von Platense. Tabea, die eigentlich kein Fussballfan ist, konnte ich auch dazu animieren mitzukommen. Natacha hatte mir schon erzählt, dass viele Leute mich treffen wollen und wir vor dem Spiel noch in der Presseabteilung, in der sie sich freiwillig engagiert, vorbeischauen würden. Das Stadion liegt einige hundert Meter außerhalb des riesigen Stadtzentrums von Bs As, direkt an einer großen Verkehrsstraße, inmitten einer dicht besiedelten Wohngegend. 1 ½ Stunden vor Anpfiff war noch erstaunlich wenig los. Mir wurde erklärt, dass man in Argentinien erst ca. eine halbe Stunde vor Anpfiff ins Stadion geht. Das erste Aha-Erlebnis geschah am Kartenschalter. Einer der Verkäufer trug eines der bekannten „Weltpokalsiegerbesieger“ Shirts. Nachdem wir Tickets und Presseausweise besorgt hatten, trafen wir zunächst auf „Chino“, den Leiter der Platensepresse. „Chino“ ist ein extrem herzlicher und kräftig gebauter Mensch. Dazu ein großer St.Pauli Fan. Angeblich soll er mal gesagt haben, er sei im falschen Land geboren worden. Er begrüßte mich, wie eigentlich alle hier extrem herzlich und freute sich riesig über die von mir mitgebrachten St.Pauli-Shirts. Eines zog er sofort an. Die Platensepresse innerhalb des Stadions ein kleines Haus. Während des Spiels wird über der Sitzplatztribüne gearbeitet, wo Fernsehen und Radio mit Informationen, Aufstellungen, etc. versorgt werden. Dort oben trafen wir noch mehr Mitglieder der Presseabteilung, von denen mir alle ihre Sympathie zu St.Pauli bekundeten. Ein junger Mann berichtete mir sogar, dass er weinen musste, als er das Video gesehen hat, wie St.Pauli gegen Bayern aus dem DFB-Pokal ausschied. Wow!! Mit soviel Zuneigung und Sympathie hatte ich gar nicht gerechnet. Dort oben durfte ich auch zum ersten mal Mate, das argentinische Nationalgetränk kosten (siehe Foto). Mate ist eine Art Teegetränk und Kräutermix, das tierisch gesund sein soll, den das Hungergefühl mildert und ungeahnte Kräfte freisetzt. Wenn man sich erstmal an den intensiven Geschmack gewöhnt hat, ist es sogar ganz lecker.

Nach vielen Umarmungen und Sympathiebekundungen ging es dann in den Fanblock. Mittlerweile war es 20 Minuten vor Anpfiff und immer mehr Menschen pilgerten ins Stadion. Das Stadion Ich war sehr gerührt, wie viele hier St.Pauli Shirts und Trikots trugen und fühlte mich auch hier gleich wie zu Hause. Wegen des ungünstigen Spieltermins (Montagabend 21:00 und Urlaubszeit), trieb es nur ca. 3-4000 Fans ins Stadion. Das Stadion besteht, ähnlich wie das alte Millerntor, zu 75% aus Stehplätzen und hat trotz seines Bruchbudencharakters einen enormen Charme. Auswärtsfans sind nach unzähligen Krawallen mit Toten in der zweiten argentinischen Division leider nicht mehr zugelassen. Was die Zuschauer jedoch an Stimmung veranstalten, übertraf all meine Erwartungen. Hier wird 90 Minuten gesungen, gesprungen, getanzt, gebuht und vor allem geflucht. Alle Vereine, die in Deutschland meinem, sie betreiben guten Support, sollten hier mal vorbeischauen und sich dieses Spektakel geben. Fussball ist in Argentinien alles andere als ein Hobby oder eine Freizeitbeschäftigung, sondern wird gelebt. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Fussball für viele Menschen hier eine Religion ist. Nicht umsonst hat Diego Maradonna seine eigene Kirche.

Das Spiel selber ging leider mit 2:3 verloren, nicht zuletzt mit großer Unterstützung des Schiedsrichters, der innerhalb von 10 Minuten zwei Elfmeter für den Gegner pfiff. Was fussballerisch geboten wurde, war in der Tat kein Hochgenuss. Ich würde sagen, ungefähr vergleichbar mit der 4. Liga in Deutschland. Die Spieler sind allesamt dribbelstark und ziemlich flink, aber grottenschlecht im Passspiel und Abschluss. Taktik? Nein danke! Einfach mal drauf loskicken und schauen was passiert. Leider haben einige Leistungsträger den Verein verlassen, weil dieser Schwierigkeiten hatte die Gehälter zu bezahlen. Auch werden zurzeit fleißig Spenden für den Rasen des Trainingsgeländes gesammelt…

Trotz des unglücklichen Ausgangs war es für mich ein unheimlich schöner und aufregender Abend. Der Verein und seine Anhänger haben jetzt schon ihren Platz in meinem Herzen sicher und ich freue mich jetzt schon auf die vielen Spiele, die ich hier noch erleben werde. Die Gesänge haben sich mittlerweile als Ohrwürmer in meinen Kopf gebrannt!

Falls ihr euch mal einen Eindruck der Atmosphäre verschaffen wollt, empfehle ich euch folgende Videos auf Youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=wSIqoHUM_i8

http://www.youtube.com/watch?v=GT2c6gi5ddc&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=p9ib9voKtY0

http://www.youtube.com/watch?v=Z5ADvDn5Kg4

http://www.youtube.com/watch?v=v1XLbCvWXYI

Na habt ihr nicht Lust mal vorbeizuschauen!!???

Also, ich wünsche ich alles Gute!

Nicolas!

Erstes WE in Bs As - Was für ein Start!!


Das erste Wochenende in dieser verrückten Stadt ist zwar mittlerweile schon wieder eine Woche her, aber ich möchte euch trotzdem nicht vorenthalten, was ich erlebt habe.

Freitagmorgen bin ich erstmal mit dem Bus zu meiner neuen Uni gefahren (die Busfahrt an sich war schonmal ein Erlebnis), um mich mal vorzustellen und den Einstufungstest für meinen Spanischkurs zu machen.
Die Uni liegt direkt am Rio de la Plata, im Herzen von Buenos Aires. Was mir sofort auffiel als ich das Hauptgebäude betrat, war das viele Sicherheitspersonal, die peinlich genau darauf achten wer dort ein und ausgeht und ob man sich an die Kleiderordnung hält (zum Beispiel keine kurzen Hosen). Außerdem hingen dort viele Bilder von unserem heiligen Papst Benedetto! Ist ja schließlich eine katholische Uni!!
Der Spanischtest war echt hart, aber immerhin bin ich nicht im totalen Anfängerkurs gelandet sondern, wie Tabea (Anm. d. Verf. Tabea: Kommilitonin von mir aus Bremen, die ebenfalls für ein Jahr in Bs As ist) im Pre-Intermedio. Der Kurs ist im Übrigen sehr nett und die Lehrerin haut immer mal ein paar gute Witze raus oder bringt uns gängige Schimpfwörter bei, wenn die Luft mal ein bisschen raus ist. Außer Tabea und mir sind alle anderen Teilnehmer aus den USA und bestätigen mal wieder wunderbar all die Vorurteile, die man gegen dieses komische Völkchen hat. Trotzdem sind einige von ihnen ganz nett!

Freitagabend wollte ich eigentlich mit Natacha eine Handykarte besorgen und mein Handy umstellen lassen, damit es hier funktioniert. Leider hatte der Shop schon geschlossen. Wir verabredeten uns dann für später. Der Plan war mit einigen von ihren Freunden in eine Bar zu gehen und dort Pizza zu essen. In Argentinien scheint es jedoch üblich zu sein, Pläne auch schnell mal zu verwerfen und auf einmal war der Treffpunkt eine Bar in Palermo, im Stadtteil nebenan, wo ich ganz locker zu Fuß hingehen konnte. Der Treffpunkt war 0:30, eine normale Zeit um hier auszugehen, sogar eher noch ein bisschen früh. Ich erreichte die Bar fast gleichzeitig mit dem Taxi von Natachas Freundeskreis und wurde erstmal total herzlich begrüßt, ähnlich wie von ihrer Familie. Ich war ziemlich verwundert wie viel die Leute schon von mir gehört hatten und von mir wussten. Auf einmal musste ich in meinem Grottenspanisch erklären, warum ich Vegetarier bin. Für Argentinier natürlich vollkommen unvorstellbar. Die Bar selber war etwas gewöhnungsbedürftig. Es spielte dort eine Coverband des spanischen Sängers Sabina. Angeblich soll er ein echter Poet sein. Naja, da ich die Texte nicht verstand und nur einen relativ dicken Sänger ins Mikrofon säuseln hörte, fand ich das ganze schon relativ komisch. Die Mädels fuhren allerdings total darauf ab und so machte ich gute Miene zum bösen Spiel. Trotz der Musik hatte ich einen großartigen Abend und viel viel Spaß. Die Leute ließen mich nicht ein einziges Getränk bezahlen und ernannten den Abend quasi zu meiner Willkommensparty. Ich fühlte mich schon fast ein bisschen zu Hause! Für den nächsten Tag wurde ich erstmal auf ein BBQ im Haus von Kuki, einer Freundin von Naty, eingeladen. Irgendwann bekam ich dann den Zeitunterschied zu spüren und wurde ziemlich müde. Die paar Blocks nach Hause nahm ich dann ein Taxi. Obwohl ich mich hier, wie schon beschrieben ziemlich sicher fühle, muss man es ja nicht gleich übertreiben und zu jeder Uhrzeit zu Fuß in der Stadt rumlaufen.

Aus dem Plan am nächsten Tag ein BBQ zu veranstalten, wurde allerdings nichts. Ich hatte es fast schon geahnt. Der Zeitpunkt des Treffens wurde erstmal kräftig nach hinten verlegt, auf ca. 22:00 im Haus von Kuki. Dort wollten wir Pizza essen und danach noch auf die Piste. Aus dem Pizzaessen wurde mit der Zeit eine kleine Hausparty und immer mehr Leute trudelten ein. Besonders die Jungs hatten großen Spaß daran mir weiß machen zu wollen, sie seinen Schwul. Nach 2-3 Stunden wurde das für mich zwar ein bisschen langweilig, aber ich machte, wie am Abend zuvor gute Miene zum bösen Spiel. Nachdem die Jungs gepeilt hatten, dass ihnen ihre Geschichte nicht abkaufe, änderten sie ihren Plan und versuchten mich besoffen zu machen. Halleluhja! Und ich bekam in der Tat ziemlich viel albernes Zeug zu trinken. Zum Beispiel: Weißwein, der nach Wassermelone schmeckt, einen Cocktail mit eben diesem Wein und Energydrink, eine Art Götterspeise mit Vodka, etc. Obwohl ich nach einigen Stunden schon ziemlich einen sitzen hatte, habe ich mich sehr wacker geschlagen. Ich denke mal, für die Jungs ist das so eine Art Integrationsprozess für mich... Als ich irgendwann ziemlich müde auf die Uhr schaute war es schon 6:00 morgens. Holy Mumma!!! Heim gings dann mal wieder mit dem Taxi und ich viel ziemlich erschöpft aber glücklich in mein neues Bett. Der Abend verging mal wieder, wie im Flug und ich hatte genau wie am Abend zuvor eine Menge Spaß. Ich bin immer noch total überwältig, wie herzlich und nett hier alle zu mir sind. Insgesamt war diese WE ein toller Einstieg in ein hoffentlich noch tolleres Jahr, mit vielen neuen Bekanntschaften, Cervecas, Copas, Vinos, Fiestas, und was weiß ich nicht allem.

Ich hoffe euch allen geht es ähnlich gute wie mir hier und ich freue mich von euch zu hören!

Hasta Luego

Euer Nico

Ps. Hier ein paar Fotos vom Abend bei Kuki







Montag, 11. Februar 2008

Primeras Impresiónes!

Sooooo.... Nachdem mittlerweile Zeit hatte, die vielen Eindrücke ein bisschen zu verarbeiten, möchte ich hier einige mit euch teilen. Was als erstes auffällt, wenn man nach Buenos Aires kommt, ist die Aufteilung der Stadt in Häuserblocks. Ich denke das hängt damit zusammen, dass Bs As eine Planstadt und nicht wie europäische Städte über Jahrhunderte gewachsen ist.

Das Zweite was auffüllt ist der Verkehr. Überall Autos, Busse und vor allem Taxis. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben so viele Taxis auf einmal gesehen. Die Straßen sind super stabil und entsprechen eigentlich dem europäischen Großstadtstandard. Das Bussystem ist für mich noch ein bisschen undurchschaubar. Ist gibt unzählig viele Buslinien, die alle kreuz und quer durch die Stadt fahren. Lange auf einen Buss warten muss man nie. Allerdings fahren die Busfahrer natürlich oft wie die Besenkten... Neben dem Bussystem gibt es ein U-Bahn Netz, bestehend aus 5 Linien. Die U-Bahnen kommen auch alle zwei Minuten und entsprechen ebenfalls europäischem Standard. Bis jetzt bin ich überall problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmittel hingekommen und Nachts nimmt man halt eins der preisweirten Taxis. Obwohl eine Menge Verkehr herrscht, scheinen die Leute weder groß gestresst noch genervt. Es herrscht eigentlich eine angenehme Entspanntheit, vergleichbar mit Südeuropa.

Trotz der Größe der Stadt, des vielen Verkehrs und der vielen hohen Wohnhäuser ist Buenos Aires sehr grün. In der Gegend wo ich wohne gibt es eine ganze Menge Parks und überall sind Bäume, Pflanzen etc.
Auch gibt es in jeder Straße kleine Kioske, Supermärkte, Drogerien und alle möglichen Arten von Shops.

Was mich sehr überrascht ist, wie sicher ich mich hier fühle. Da ich von Südamerika bisher nur Rio de Janeiro kannte, wo man wirklich ganz genau aufpassen muss wo man hingeht und mit wem, hatte ich hier ähnliches erwartet. Wenn man die Armut oder die Unterschiede zum europäischen Lebensstandartd erkennen will, muss man schon sehr genau suchen oder ganz genau hin sehen. Die Menschen hier sind alle sehr chic gekleidet und laufen, ähnlich wie in Europa mit iPod im Ohr durch die Gegend. Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass ich in einem sehr bürgerlichen Stadtteil wohne und bisher nur ganz kleine Teile der Stadt kennengelernt habe. Ich bin mal gespannt, ob und wie sich dieses Bild in der nächsten Zeit verändert.

Was gibt es noch zu erzählen. Ich kann bisher nicht sagen, dass sich die Vorurteile Argentinier seien arrogant und selbstverliebt für mich bestätigt haben. Ich finde sie unheimlich herzlich, kommunikativ und hilfsbereit. Im Bus wurde ich zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, dass mein Rucksack ein bisschen auf ist. Ansonsten wird man oft gefragt, wo man herkommt und was man hier macht.
Was mir sehr hilft ist, dass ich von Natachas Freundeskreis genau so herzlich aufgenommen wurde, wie von ihrer Familie. Das ist schon toll. Über mein erstes WE in Bs As werde ich so bald ich Zeit habe berichten. Jetzt geht es erstmal zum Spanischunterricht.

Ich freue mich von euch zu hören.

Hasta Luego!!

Euer Nico!

Sonntag, 10. Februar 2008

Was ein Empfang!!!

Riesig war meine Freude nach langer Zeit endlich mal wieder ein Flugzeug betreten zu dürfen und ins große Ungewisse zu reisen. Die Freude verflog jedoch schnell, als ich meinen Flieger nach Paris betrat... Ich saß in der vorletzten Reihe und natürlich war kein Platz mehr vorhanden um meine Posaune und meinen Rucksack zu verstehen. So verbrachte ich eingequetscht mit meiner Posaune vor mir und meinen tonnenschweren Rucksack auf dem Schoß, die langen 1 1/2 Stunden nach Paris. Dort wurde es natürlich nicht besser. Meine Posaune durfte ab Paris plötzlich nicht mehr ins Handgepäck und musste eingecheckt werden, das Bier kostete stolze €6 und bis zu meinem Abflug waren es noch 4 Stunden...

Der Flug nach Argentinien war wesentlich entspannter und das Bier war hier zum Glück umsonst!!! Auch war ich heilfroh endlich mal wieder ein paar Stunden entspannen und ohne schlechtes Gewissen schlafen zu können. Die Zeit verging wie im Flug (was für ein Wortspiel!) und zack landete ich auch schon in Buenos Aires (7.2. / 9:30). Die Passkontrolle verlief problemlos und nachdem ich mein gesamtes Gepäck nochmal gescannt wurde trat ich mit klopfendem Herzen in die Empfangshalle. Das Erste was ich erblickte war eine große Pappe mit den Lettern "FC ST PAULI". Wow!!!! Danach gab es viele herzliche Umarmungen. Natacha war mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester zum Flughafen gekommen um mich in Empfang zu nehmen.

Natacha kenne ich seit ca. 3 Jahren, allerdings nur über das Internet. Zufällig stolperte ich damals im St.Pauli Forum (www.stpauli-forum.de) über Beiträge aus Argentinien. Dort erfuhr ich, dass es in Buenos Aires einen Verein gibt, der genau wie St.Pauli in den Farben braun und weiß aufläuft und dessen Geschichte mit der von St.Pauli erstaunliche Ähnlichkeiten aufweist. "Club Atletico Platense" ist in Argentinien ein echter Traditionsverein, der lange Jahre in der ersten Liga spielte. Genau wie St.Pauli stieg Platense innerhalb von 2 Jahren von der ersten in die dritte Liga ab und träumt seitdem von einer erfolgreichen Rückkehr in die Primera Division (mittlerweile spielt Platense wie St.Pauli zum Glück wieder in der zweiten Liga!). Ich war davon so begeistert, dass ich spontan eine e-mail an die Verfasser sandte und so kam der Kontakt zu Natacha (Naty) zustande. Aus unserer gemeinsamen Leidenschaft für die Farben braun und weiß hat sich über die Jahre eine tolle Freundschaft entwickelt. Jetzt von ihr und ihrer Familie so herzlich in Empfang genommen zu werden war für mich schon ein sehr emotionaler Moment und ein toller Start für meine Zeit in Argentinien!

Im Freien wehte mir ein kräftiger Wind entgegen. Die Sonne schien nicht, heiß und schwül war es trotzdem. Großartig! Die Bremer Monsunzeiten waren also tatsächlich vorbei! Mit dem Auto ging es dann zunächst in sehr hübschen Apartment von Natachas Familie im Stadtteil Belgrano. Hier lernte ich auch Natachas Mutter und ihren Kater Apolo kennen. Von der Herzlichkeit mit der ich trotz meiner stinkenden Klamotten empfangen wurde bin ich immer noch total überwältigt. Nachdem sich Naty's Vater auf den Weg zur Arbeit machte, begleiteten mich Naty, ihre Mutter und ihre kleine Schwester zur Bank und zum Supermarkt, um die nötigen Kleinigkeiten zu besorgen. Danach ging es mit Naty im Taxi (die sind hier extrem preiswert) weiter zu meiner Unterkunft im Stadtteil Recoleta. Leider habe ich den Vermieter Walter knapp verpasst und Naty und ich mussten 4 1/2 Stunden warten. Die Zeit verbrachten wir in einem Cafe und verging eigentlich wie im Flug.

Der Einzug in mein Zimmer verlief problemlos. Kurz 1-2 Papiere unterschrieben und dann war ich auch schon in meinem neuen Zuhause, eine Art Mischung aus WG und Wohnheim. Es gibt ca. 10 Zimmer, die vermietet werden. Die Küche und das Bad werden von allen geteilt. Die Küche ist leider extrem runtergekommen und zum kochen nicht so schön. Dafür ist das Bad nicht schlecht. Mein Zimmer ist sehr nett. Recht klein, rustikal eingerichtet, aber sehr gemütlich. Es hat sogar einen kleinen Balkon! Leider sind an der Decke noch Spuren von einem Wasserschaden sichtbar. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Ziemmer direkt an einer lauten Verkehrsstraße liegt, aber bis jetzt hat mich das noch nicht so sehr gestört! Angeblich wohnen hier ne ganze Menge Leute, darunter auch drei Deutsche. Allerdings habe ich bisher nur 2 von den Deutschen und Ivan, einen Equadorienar, getroffen. Alle sind super nett! Ich denke ich werde für das erste hier wohnen bleiben, auch wegen der tollen Lage!

Nach einer schönen kalten Dusche ging es mir auch schon sehr viel besser und habe mit Naty ein bisschen die Gegend erkundet, war noch etwas essen, etc. Ich war wirklich total baff, dass sich eine Person, die ich bis dato nur aus dem Internet kannte sich einfach mal 10 Stunden Zeit nimmt und mir einen so schönen Start in mein neues Leben beschert.

Und ziemlich schnell war mein erster Tag in Bs As auch schon vorbei. Irgendwie fühlte sich alles noch etwas komisch und unwirklich an. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben, dass diese Stadt für das nächste Jahr mein Zuhause sein wird! Trotzdem ging ich überglücklich zu Bett und freute mich schon riesig auf die kommenden Tage.

Samstag, 9. Februar 2008

Das Vorspiel!

Bevor ich beginne über die eigentliche Reise zu berichten, erzähle ich hier noch kurz von meinen letzten Tagen in Bremen und Hamburg, die mich viel Kraft und Nerven gekostet haben.

Ungefähr Mitte Dezember erhielt ich die lang ersehte Zusage für das Semester an der UCA. Zwar war die Freude damals riesengroß, aber was diese Zusage wirklich Bedeutet, wurde mir so richtig erst in den Tagen vor meiner Abreise klar. Obwohl ich den gesamten Januar über wichtige Meilensteine zur Vorbereitung meiner Reise abhaken konnte (Impfungen, polizeiliches Führungszeugnis mit Apostille, Internationaler Führerschein, etc.) schien der Abflug immer in noch in weiter Ferne.

Den Wendepunkt makiert der 31.1. um ca. 12:00, als ich den letzten Satz in meiner Klausur über die EU beendete. Erst hier ging mir auf, dass das Kapitel Bremen nun erstmal vorbei sein würde. Besonders schwer viel es mir, mich von meinem Kommilitonen, die mir in den letzten 1 1/2 Jahren sehr ans Herz gewachsen sind, zu verabschieden. Ich selbst war von meiner Emotionalität ziemlich überrascht. Trotz einiger Tiefpunkte verbinde ich mit meinen ersten drei Semestern Studium an der HS Bremen, eine der schönsten und erfahrungsreichsten Zeiten meines Lebens. Viele Leute aus meinem Studiengang sind mir unheimlich ans Herz gewachsen. Sich von allen gleichzeitig zu verabschieden war schon sehr komisch.

Mit einem ziemlich flauen Magen fuhr ich an diesem Tag nach Hamburg. Meine Laune verbesserte sich jedoch schnell, als aus dem tollen Abschiedsessen mit meiner besten Freundin Mareike, unerwartet eine kleine Überaschungsabschiedsparty auf dem Kiez wurde. Ab nun begann ein regelrechter Abschiedsmarathon... Dazu gab es noch unzählige Vorbereitungen zu erledigen. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben so wenig geschlafen und so viel auf einmal erledigt. Dennoch war es eine unheimlich schöne letzte Woche in Deutschland, in der ich noch einmal etwas Zeit mit meiner Familie, meinen engsten Freunden und speziell auch meinen Großeltern, verbringen konnte.

Als es am Mittwoch den 06.02.2008 endlich in Richtung Flughafen ging, war ich trotzdem froh und erleichtert. Besonders im letzten halben Jahr war ich zunehmend genervt und gestresst von meinem Alltagseben in Deutschland. Dazu wurde mein Fernweh mit der Zeit immer größer...
Auch wenn ich vieles von zu Hause vermissen werde, war diesmal die Vorfreude auf das Neue und Unbekannte so groß, dass mir der Abschied nicht besonders schwer viel. Und so begann nach einer herzlichen Verabschiedung von meiner Familie und Johannes, die mich zum Flughafen begleiteten, mein argentinisches Abenteuer zunächst mit einem Flug nach Paris...

Bienvenido!

Das Warten ein Ende! Nach 3 1/2 wunderbaren Jahren in Hamburg und Bremen gehts es für mich endlich wieder in die Ferne. Nach meinen prägenden Aufenthalten in Brasilien (4 Wochen - 2000/01), Australien (5 Wochen - 2002) und noch einmal Australien (Diesmal ein Jahr 2003/04) geht es für mich diesmal wieder auf den südamerikanischen Kontinent.

Das Ziel: Buenos Aires, Argentinien!
Der Plan: Ein Semester Studium an der "Pontificia Universidad Católica Argentina" (UCA) und im Anschluss daran ein oder mehrere Praktika im politischen Kontext. Insgesamt habe ich vor ein Jahr ein Bs As zu leben, wobei auch das Erkunden anderer Landesteile oder eventuell anderer Länder in Südamerika nicht zu kurz kommen soll. Ich freue mich auf ein Jahr voller unvergesslicher Erfahrungen, das Erlernen der spanischen Sprache, viele neue Freundschaften, die allseits bekannte Erweiterung des Horizontes und vor allem viel viel Spaß!

Dieser Blog soll all denen, die sich für mein Leben in Bs As interessieren, eine Möglichkeit bieten auf dem Laufenden zu bleiben. Ich werde versuchen so oft es geht, über mein Leben, meine Erfahrungen und meine Eindrücke zu berichten. Für mich ist es eine dankbare Möglichkeit das Schreiben von Kettenmails zu umgehen. Außerdem sind meine Berichte so auch Leuten zugänglich, die sich allgemein für das Leben oder ein Studium in Argentinien interessieren. Natürlich bekommt jeder der mir eine Mail schreibt auch eine Antwort. Falls ihr mit mir in Kontakt treten wollt schreibt mir einfach eine E-Mail! Ansonsten bin ich über MSN, Skype, Studivz und hoffentlich bald auch per Telefon zu erreichen.

Bevor ich anfange zu berichten, möchte ich mich an dieser Stelle noch bei einigen Leuten bedanken:
Der größte Dank geht an meine Eltern (+ Schwester), die mich auch in diesem "Abenteuer", wie schon mein ganzes Leben lang, bedingungslos unterstützen. Ohne eure offene Erziehung, euer Vetrauen und euere Untersützung wäre ich heute nicht hier.
Ein großes Dankeschön geht an meinen ehemaligen Dozenten Ulrich Brand, der mich in einem ca. 15 minütigen Gespräch, trotz großer Zweifel, davon überzeugt hat mein Auslandssemester in Argentinien zu absolvieren, ohne gutes Spanisch zu sprechen. Ich bin nicht sicher, ob ich sonst den Mut gehabt hätte diesen Schritt zu wagen.
Ebenfalls Danken möchte ich meinem Dozenten Dr. Matthew Nwoko, der für meine Bewerbung an der UCA ein Empfehlungsschreiben verfasst hat und damit auch einen Beitrag dazu geleistet hat, dass ich heute hier sein darf.
Ein riesiges Dankeschön möchte ich Natacha Forciniti (eine argentinische Bekannte von mir) und ihrer Familie aussprechen. Obwohl wir uns bisher nur über das Internet kannten, hat sie mir bei meiner Vorbereitung für die Reise bei unzähligen Dingen geholfen und mir in Argentinien einen Empfang bereitet, wie er schöner nicht hätte sein können.
Als letztes möchte ich, ohne Namen zu nennen, all den Personen danken, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben und mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin. Danke für alles, ich weiß es zu schätzen!!

Also, nun soll es losgehen: Herzlich Willkommen in meinem Blog und viel Spaß beim Lesen!

Euer Nico!